Digitaler Unterricht ist mehr als ein Whiteboard statt einer Kreidetafel. Gemeint ist Unterricht, in dem digitale Medien gezielt genutzt werden, um Lernen zu unterstützen: Recherche, Zusammenarbeit, Produktion, Übung und Rückmeldung. Seit Programmen wie dem DigitalPakt Schule sind viele Schulen mit WLAN, Tablets und Lernplattformen ausgestattet. Entscheidend ist aber nicht die Technik, sondern das didaktische Konzept dahinter.
Was guten digitalen Unterricht ausmacht
Ein bewährtes Modell zur Einordnung ist das SAMR-Modell. Es unterscheidet vier Stufen:
| Stufe | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Substitution | Ersetzen ohne Mehrwert | PDF statt Arbeitsblatt |
| Augmentation | Ersetzen mit kleinem Mehrwert | Text mit Vorlesefunktion |
| Modification | Aufgabe wird verändert | Gemeinsames Dokument in Echtzeit |
| Redefinition | Neue Aufgaben werden möglich | Erklärvideo erstellen, eigenes Programm schreiben |
Je höher die Stufe, desto stärker verändert die Technik das Lernen. Nicht jede Stunde muss die oberste Stufe erreichen, aber reines Ersetzen von Papier bringt wenig.
Tablets im Unterricht
Tablets sind in vielen Schulen das Standardgerät. Ihre Vorteile: leicht, schnell startklar, Kamera und Mikrofon eingebaut, intuitive Bedienung. Typische Einsatzszenarien sind:
- Fotos und Videos von Experimenten dokumentieren
- Erklärvideos und Präsentationen erstellen
- Digitale Arbeitsblätter bearbeiten und abgeben
- Übungs-Apps für Vokabeln oder Mathematik
- Programmieren mit blockbasierten Umgebungen
Grenzen gibt es beim Schreiben längerer Texte und beim Programmieren in textbasierten Sprachen. Hier sind Tastatur oder Laptop im Vorteil.
Lernplattformen und Werkzeuge
Die meisten Länder stellen Lernmanagementsysteme bereit, oft auf Basis von Moodle oder eigenen Plattformen. Dort werden Materialien geteilt, Aufgaben abgegeben und Rückmeldungen gegeben. Dazu kommen Werkzeuge für Videokonferenzen, kollaboratives Schreiben, digitale Pinnwände und Quizze.
Datenschutz
Bei allen digitalen Werkzeugen gilt die DSGVO. Schulen dürfen nur Dienste nutzen, die datenschutzrechtlich geprüft sind, und müssen Eltern und Schüler informieren. Viele Länder veröffentlichen Listen zugelassener Werkzeuge. Lehrkräfte sollten keine privaten Konten oder Messenger für schulische Kommunikation nutzen, wenn das nicht ausdrücklich erlaubt ist.
Digitaler Unterricht und Informatik
Digitaler Unterricht und Informatikunterricht sind nicht dasselbe. Im digitalen Unterricht werden digitale Werkzeuge genutzt, im Informatikunterricht wird verstanden, wie sie funktionieren. Beide ergänzen sich: Wer weiß, wie ein Netzwerk oder eine Datenbank arbeitet, nutzt digitale Werkzeuge bewusster. Den Rahmen für die Nutzung digitaler Medien in allen Fächern beschreibt Medienbildung. Mischformen aus Präsenz und Online-Lernen behandelt Hybrides Lernen, den Einsatz von KI KI im Unterricht.