Informatik-Wettbewerbe sind eine der besten Möglichkeiten, das Fach spielerisch kennenzulernen. Sie zeigen, dass Informatik mehr ist als Programmieren: Es geht um Knobeln, logisches Denken und kreative Lösungen. In Deutschland gibt es ein abgestuftes System bundesweiter Wettbewerbe, das von der Grundschule bis zur internationalen Olympiade reicht. Organisiert werden sie von den Bundesweiten Informatikwettbewerben (BWINF).
Die Wettbewerbe im Überblick
| Wettbewerb | Zielgruppe | Format |
|---|---|---|
| Informatik-Biber | Klassen 3 bis 13 | Online-Knobelaufgaben, ohne Vorkenntnisse |
| Jugendwettbewerb Informatik | Klassen 5 bis 13 | Mehrere Online-Runden mit Programmieraufgaben |
| Bundeswettbewerb Informatik | bis Klasse 13 | Mehrere Runden mit anspruchsvollen Aufgaben, Endrunde |
| Internationale Informatik-Olympiade | Spitzenschülerinnen und -schüler | Auswahl über den Bundeswettbewerb |
Informatik-Biber
Der Informatik-Biber ist der Einstiegswettbewerb. Die Aufgaben sind kleine Rätsel, die informatische Denkweisen verlangen – etwa Muster erkennen, Abläufe ordnen oder Codierungen entschlüsseln. Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Der Wettbewerb findet einmal im Jahr statt, meist im Herbst, und wird in der Schule unter Aufsicht einer Lehrkraft durchgeführt. Mit vielen Hunderttausend Teilnehmenden ist er einer der größten Schülerwettbewerbe in Deutschland.
Jugendwettbewerb Informatik
Der Jugendwettbewerb Informatik ist der nächste Schritt. Er richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die erste Programmiererfahrungen sammeln möchten. Die Aufgaben werden online in einer blockbasierten oder textbasierten Umgebung gelöst. Der Wettbewerb läuft über mehrere Runden: Wer in der ersten Runde gut abschneidet, qualifiziert sich für die nächste. Zur Vorbereitung bietet die Wettbewerbsplattform Trainingsaufgaben und Lösungen vergangener Jahrgänge an.
Tipp für Lehrkräfte: Der Jugendwettbewerb eignet sich hervorragend, um im Unterricht Programmierkonzepte wie Schleifen und Bedingungen zu üben. Die Teilnahme ist kostenlos, Lehrkräfte melden ihre Klassen über die Plattform an.
Bundeswettbewerb Informatik
Der Bundeswettbewerb Informatik existiert seit 1980 und ist der anspruchsvollste der drei. In der ersten Runde werden Aufgaben über mehrere Wochen zu Hause bearbeitet, oft als Programm mit Dokumentation. Die besten Teilnehmenden kommen in weitere Runden bis zur Endrunde. Aus dem Bundeswettbewerb werden die Teilnehmenden für die Internationale Informatik-Olympiade ausgewählt. Preisträgerinnen und Preisträger können zudem in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen werden.
Weitere Programmierwettbewerbe
Neben dem BWINF-System gibt es regionale und internationale Programmierwettbewerbe, Hackathons für Jugendliche sowie Robotik-Wettbewerbe. Viele Schulen beteiligen sich außerdem an Projekttagen und Informatik-AGs, die gezielt auf Wettbewerbe vorbereiten.
So bereitest du dich vor
- Aufgaben aus vergangenen Jahren lösen – sie sind online frei verfügbar.
- Grundbegriffe wiederholen, etwa aus Grundlagen der Informatik.
- Regelmäßig kleine Programme schreiben, zum Beispiel in Scratch oder Python.
- Im Team knobeln: Beim Biber ist Teamarbeit oft erlaubt.
- Bei Fehlschlägen nicht aufgeben – die Aufgaben sind bewusst herausfordernd.
Warum sich die Teilnahme lohnt
Wettbewerbe wecken Interesse am Fach, fördern Durchhaltevermögen und geben eine ehrliche Rückmeldung über das eigene Können. Für viele spätere Informatikerinnen und Informatiker war der Biber der erste Kontakt mit dem Fach. Wie es nach der Schule weitergehen kann, zeigt Was ist ein Informatiker?. Ideen für jüngere Kinder stehen unter Programmieren in der Grundschule.