Eine gute Unterrichtsstunde hat einen erkennbaren Aufbau. Die einzelnen Abschnitte nennt man Unterrichtsphasen. Sie geben Orientierung – für die Lehrkraft bei der Planung und für die Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Es gibt verschiedene Phasenmodelle, doch fast alle enthalten die gleichen Grundelemente.
Das Grundmodell
| Phase | Funktion | Anteil (Richtwert) |
|---|---|---|
| Einstieg | Interesse wecken, Vorwissen aktivieren, Problem aufwerfen | 5–10 % |
| Erarbeitung | Neues Wissen und Können entwickeln | 40–50 % |
| Ergebnissicherung | Ergebnisse festhalten, vergleichen, korrigieren | 20–25 % |
| Übung / Transfer | Anwenden und auf neue Situationen übertragen | 15–20 % |
| Abschluss | Reflexion, Ausblick, Hausaufgabe | 5 % |
Die Prozentangaben sind Richtwerte. Je nach Ziel kann eine Stunde fast nur aus Übung bestehen oder mehrere Erarbeitungsphasen enthalten.
1. Einstieg
Der Einstieg holt die Lernenden ab und schafft einen Anlass zum Lernen – durch ein Problem, ein Bild, eine Frage oder ein Experiment. Ausführliche Ideen stehen unter Unterrichtseinstieg.
2. Erarbeitung
In der Erarbeitung setzen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit dem neuen Inhalt auseinander. Möglich sind Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit, Stationenlernen, Experimente oder im Informatikunterricht das Programmieren. Wichtig ist eine klare Aufgabenstellung: Was soll getan werden, in welcher Zeit, mit welchem Ergebnis?
3. Ergebnissicherung
Die Ergebnissicherung ist die Phase, die am häufigsten zu kurz kommt – und dabei eine der wichtigsten. Hier wird festgehalten, was gelernt wurde, damit es nicht verloren geht. Methoden der Ergebnissicherung sind:
- Tafelbild oder digitales Board gemeinsam erstellen
- Präsentation der Gruppenergebnisse mit Rückmeldung
- Merksatz oder Regel formulieren
- Mindmap oder Concept-Map
- Kurzes Quiz oder Abfrage
- Im Informatikunterricht: lauffähiges Programm vorstellen und kommentieren
Eine gute Ergebnissicherung korrigiert Fehler, ordnet das Gelernte ein und schafft einen gemeinsamen Stand für alle.
4. Übung und Transfer
Was neu gelernt wurde, muss geübt werden. In der Transferphase wird das Gelernte auf neue Aufgaben angewendet – etwa ein Algorithmus auf ein anderes Problem. Differenzierte Aufgaben helfen, alle Schülerinnen und Schüler zu fordern.
5. Abschluss
Am Ende steht eine kurze Reflexion: Was haben wir heute gelernt? Was war schwierig? Wie geht es weiter? Ein klarer Abschluss gibt der Stunde Struktur und verbindet sie mit der nächsten.
Weitere Phasenmodelle
Neben dem Grundmodell gibt es weitere Modelle, etwa das Artikulationsschema nach Herbart, das Modell der Problemlösung (Problem, Hypothese, Lösung, Überprüfung) oder kooperative Modelle wie „Denken – Austauschen – Vorstellen“. In der Ausbildung lernen Referendarinnen und Referendare meist eines davon als Grundlage für ihre Unterrichtsentwürfe – siehe Lehrprobe. Wie Stunden zu einer Einheit verbunden werden, zeigt Unterrichtseinheit planen.