Im Referendariat gehören Unterrichtsbesuche und die abschließende Lehrprobe zu den wichtigsten und aufregendsten Momenten. Fachleiterinnen, Fachleiter und Prüfungskommissionen besuchen eine Stunde und bewerten Planung, Durchführung und Reflexion. Mit guter Vorbereitung lassen sich diese Situationen gut meistern.
Unterrichtsbesuch und Lehrprobe: der Unterschied
| Unterrichtsbesuch | Lehrprobe | |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Während des Referendariats, mehrfach | Am Ende, Teil der Staatsprüfung |
| Funktion | Beratung und Ausbildung | Prüfung |
| Beteiligte | Fachleitung, Mentor, Schulleitung | Prüfungskommission |
| Bewertung | Oft beratend, teils benotet | Benotet |
Die genauen Regeln und Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Lehramt.
Der Unterrichtsentwurf
Zu jedem Besuch gehört ein schriftlicher Entwurf. Sein Aufbau ist meist vorgegeben und enthält:
- Lerngruppenbeschreibung: Zusammensetzung, Vorwissen, Besonderheiten.
- Einordnung in die Unterrichtseinheit: Wo steht die Stunde? Siehe Unterrichtseinheit planen.
- Sachanalyse: fachliche Klärung des Inhalts.
- Didaktische Analyse: Warum ist das Thema für die Lernenden bedeutsam? Welche Kompetenzen werden gefördert?
- Lernziele: ein Stundenziel und Teilziele, kompetenzorientiert formuliert.
- Methodische Analyse: Begründung der Methoden und Sozialformen.
- Verlaufsplan: Phasen, Zeit, Aktivitäten, Medien – siehe Unterrichtsphasen.
- Material und Anhang.
Tipps für die Stunde
- Ein klares Ziel: Lieber weniger, dafür sichtbar erreicht.
- Schülerorientierung: Die Lernenden sollen aktiv sein, nicht die Lehrkraft.
- Ergebnissicherung einplanen: Sie wird oft aus Zeitmangel gestrichen – genau das fällt negativ auf.
- Technik testen: Gerade im Informatikunterricht vorher prüfen, ob Rechner, Software und Netz funktionieren. Einen Plan B bereithalten.
- Flexibel bleiben: Wenn etwas nicht klappt, begründet abweichen und das in der Reflexion ansprechen.
- Keine Show-Stunde: Die Klasse sollte mit Methoden und Abläufen vertraut sein.
Die Nachbesprechung
Nach der Stunde folgt die Reflexion. Hier zeigt sich, ob man die eigene Stunde kritisch einschätzen kann. Hilfreich ist ein fester Aufbau: Ziel erreicht? Was lief gut? Wo gab es Probleme, und warum? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Eine ehrliche, begründete Reflexion wird oft höher bewertet als eine fehlerfreie Stunde.
Besonderheiten im Fach Informatik
Informatikstunden haben eigene Herausforderungen: Rechnerräume, unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Programmieren, technische Pannen. Bewährt haben sich Hilfekarten für schnelle und langsame Lernende, Pair Programming und Unplugged-Phasen, die ohne Technik funktionieren. Für den Einstieg eignen sich Ideen aus Unterrichtseinstieg. Mehr zum Weg in den Beruf steht unter Informatik-Lehramt.